zum Inhalt springen

Forschungsprojekte

Dies sind einige ausgewählte aktuelle Forschungsprojekte, an denen Herr Prof. Dr. Martin Henssler beteiligt ist.

 

Forschungsgruppe: „Verbandsstrafrecht - Praktische Auswirkungen und theoretische Rückwirkungen“

Im August 2014 haben Professor Dr. Michael Kubiciel (Wirtschaftsstrafrecht) und Dr. Elisa Hoven (Strafrecht und Kriminologie) an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln eine rechtsgebietsübergreifende und interdisziplinär ausgerichtete Forschungsgruppe zum Verbandsstrafrecht gegründet, zu der Professor Dr. Thomas Weigend (Strafverfahrensrecht) und Professor Dr. Martin Henssler (Arbeits- und Wirtschaftssrecht) hinzustießen. Die Forschungsgruppe wird seit dem Sommer 2015 von der Volkswagen Stiftung in der Förderlinie "Offen für Außergewöhnliches" über eine Laufzeit von 3 Jahren gefördert.

Weitere Informationen finden Sie hier...

 

Arbeitsvertragsgesetz

Entwurf eines Arbeitsvertragsgesetzes von Prof. Dr. Martin Henssler und Prof. Dr. Ulrich Preis

Das deutsche Arbeitsvertragsrecht zeichnet sich durch eine Vielzahl von verstreuten Einzelgesetzen aus. Mehr als 30 Bundesgesetze enthalten arbeitsrechtliche Regelungen. Doch nicht nur die Quantität bereitet Sorgen, auch qualitativ liegt Einiges im Argen: Zu finden sind unklare, unausgewogene und teilweise widersprüchliche Regelungen. Daraus resultieren Schutzlücken, die durch die Rechtsprechung nur notdürftig geschlossen werden können. Unverständliche Formulierungen, mangelnde Kalkulierbarkeit führen zu Irritation und letzten Endes zu oftmals überflüssigen Konflikten mit Kosten treibenden Konsequenzen bei allen Betroffenen. Falls es noch eines letzten Beweises für die Schwächen des deutschen Arbeitsrechts bedurfte, so ist er durch die Systemlosigkeit des neuen Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes erbracht.

Im Jahr 2006 hat die Bertelsmann Stiftung die Direktoren des Instituts für Arbeits- und Wirtschaftsrecht Prof. Dr. Martin Henssler und Prof. Dr. Ulrich Preis im Rahmen eines Gutachtenauftrags gebeten, einen Entwurf für eine einheitliche Kodifikation des Arbeitsvertragsrechts zu entwerfen. Die Arbeiten an dem Projekt sind im Jahr 2009 abgeschlossen worden.

Zentrales Anliegen der Arbeit war von Beginn an, ein möglichst weites Spektrum zivilgesellschaftlicher Interessengruppen in den Entstehungsprozess einzubinden. Im Laufe des Prozesses wurden drei Diskussionsentwürfe veröffentlicht. Zwei Entwurfsfassungen wurden in der Neuen Zeitschrift für Arbeitsrecht in Sonderbeilagen veröffentlicht (Entwurf aus dem August 2006 in Beilage zu NZA-Heft 23/2006, Entwurf aus dem November 2007 in Beilage zu NZA-Heft 21/2007). Der abschließende Entwurf wurde mit einer ausführlichen Begründung als Buch veröffentlicht (Henssler/Preis, Entwurf eines Arbeitsvertragsgesetzes, Beck, München, 2010).

Insbesondere durch die Veröffentlichung im August 2006 wurde eine breite öffentliche Diskussion über das Vorhaben angestoßen. Jeder Interessierte hatte Gelegenheit, sich im Internet-Forum www.ArbVG.de zu dem Projekt zu äußern und Anregungen und Anmerkungen zu diesem Entwurf zu unterbreiten. Auf zahlreichen Veranstaltungen, unter anderem anlässlich des 66. Deutschen Juristentages in Stuttgart, wurde der Entwurf eingehend öffentlich diskutiert. In zahllosen Hintergrundgesprächen – z.B. am Bundesarbeitsgericht oder mit Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften – wurden zudem die Erwartungen und Anliegen unterschiedlichster gesellschaftlicher Gruppen erörtert.

In der Fachöffentlichkeit stieß der Entwurf nahezu einhellig auf ein überaus positives Echo. Richterschaft und Anwaltschaft begrüßten die systematische Transparenz und Schlüssigkeit des Vorhabens. Die Tragfähigkeit des Ansatzes wurde im April 2007 seitens der Deutschen Gesellschaft für Gesetzgebung durch Verleihung des „Preises für gute Gesetzgebung“ gewürdigt.

Neben den Professoren Henssler und Preis waren am Institut für Arbeits- und Wirtschaftsrecht die Mitarbeiter Dr. Ralph Heiden und Dr. Ulrich Sittard im Rahmen des Forschungsprojekts tätig.

Weitere Informationen und Abruf des Diskussionsentwurfs unter: www.ArbVG.de. Die in der NZA veröffentlichten Diskussionsentwürfe sind zudem über beck-online abrufbar.